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Google Ads für Ärzte

Google Ads für Ärzte in Österreich: Was das Ärztegesetz erlaubt

Auf einen Blick

  • Ja, Ärzte in Österreich dürfen Google Ads schalten — solange die Werbung sachlich, wahr und standesgemäß ist
  • Zentrales Gesetz: § 53 ÄrzteG 1998 + ÖÄK-Werberichtlinie 'Arzt und Öffentlichkeit'
  • Wahlärzte profitieren besonders von Google Ads — kein automatischer Patientenzulauf wie bei Kassenärzten
  • Verboten: Superlative, Rabatte, Vorher/Nachher-Bilder, marktschreierische Darstellung
  • Disziplinarstrafen bis 36.340 € möglich — plus Verwaltungsstrafen bis 2.180 €

Als Arzt in Österreich fragst du dich vielleicht: Darf ich überhaupt Google Ads schalten? Die Antwort: Ja — aber mit klaren Regeln.

Anders als in Deutschland, wo das Heilmittelwerbegesetz (HWG) konkrete Verbotskataloge definiert, regelt Österreich die Ärztewerbung über das Ärztegesetz (ÄrzteG 1998) und die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Das Grundprinzip ist breiter formuliert, aber im Ergebnis ähnlich streng.

Du suchst die Regelung für Deutschland? Lies den Artikel Darf ich als Arzt Google Ads schalten? HWG verständlich erklärt.

Die rechtliche Grundlage: § 53 ÄrzteG

Der zentrale Paragraph für Ärztewerbung in Österreich ist § 53 ÄrzteG 1998:

“Der Arzt hat sich jeder unsachlichen, unwahren oder das Standesansehen beeinträchtigenden Information im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufes zu enthalten.”

Das klingt einfach, hat aber weitreichende Konsequenzen. Drei Begriffe bestimmen, was erlaubt ist und was nicht:

  • Unsachlich — widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen oder medizinischen Erfahrungen
  • Unwahr — entspricht nicht den Tatsachen
  • Standesansehen beeinträchtigend — aufdringliche oder marktschreierische Darstellung, Herabsetzung anderer Ärzte, falsche Exklusivitätsbehauptungen

Zusätzlich hat die ÖÄK auf Basis von § 53 Abs. 4 die Werberichtlinie “Arzt und Öffentlichkeit” erlassen (Neufassung 2014, letzte Änderung 2018). Diese konkretisiert, was erlaubt und was verboten ist.

Was ist bei Google Ads erlaubt?

Erlaubt

WasBeispiel
Tätigkeitsgebiete beschreiben”HNO-Ordination in Wien — Allergiebehandlung, Hörtest, Schnarchtherapie”
Qualifikationen nennen”Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde”
Ordinationszeiten kommunizieren”Termine auch abends und samstags”
Standort bewerben”HNO-Ordination im 1. Bezirk — zentrale Lage”
Sachliche Information geben”Moderne Diagnostik — digitales Röntgen, Endoskopie”
Kassenstatus informieren”Wahlarzt” oder “Alle Kassen”
Eigene Homepage bewerbenVerweis auf die Ordinations-Website

Verboten

WasWarum
Superlative ohne Beleg”Beste HNO-Ordination Wiens” → unsachlich
Marktschreierische Darstellung”JETZT zum Sonderpreis!” → standeswidrig
Rabatte auf Behandlungen”Botox — diese Woche 20% günstiger” → verboten
Vorher/Nachher-BilderBei ästhetischen Eingriffen standesrechtlich verboten
Falsche Exklusivität”Einziger Spezialist für X in Wien” → unwahr
Werbung für Arzneimittel§ 53 Abs. 3 — komplett unzulässig
”Kostenlose Beratung” als KöderStandeswidrig als reines Werbemittel
Vergleiche mit anderen ÄrztenHerabsetzende Äußerungen über Kollegen

Österreich vs. Deutschland: Was ist anders?

ThemaÖsterreichDeutschland
Gesetz§ 53 ÄrzteG 1998 + ÖÄK-WerberichtlinieHWG (Heilmittelwerbegesetz) + MBO-Ä
AnsatzPrinzipienbasiert (“unsachlich, unwahr, standeswidrig”)Konkrete Verbotskataloge (§§ 3-12 HWG)
Vorher/NachherStandesrechtlich verboten (Disziplinarverfahren)Gesetzlich verboten (strafrechtlich)
RabatteKomplett verbotenStark eingeschränkt
AufsichtEine ÖÄK (bundesweit einheitlich)17 Landesärztekammern (fragmentiert)
StrafenBis 36.340 € + Berufsverbot möglichAbmahnungen + Berufsrecht
Gut zu wissen

Österreich hat kein eigenes Heilmittelwerbegesetz wie Deutschland. Die Regelung läuft über das allgemeine Ärztegesetz + Standesrecht. In der Praxis sind die Ergebnisse vergleichbar — aber der Rechtsweg ist ein anderer: In Österreich droht primär ein Disziplinarverfahren der ÖÄK, in Deutschland eher eine Abmahnung durch Wettbewerber.

Warum Wahlärzte besonders von Google Ads profitieren

In Österreich gibt es einen entscheidenden Unterschied, der für Google Ads relevant ist: Kassenarzt vs. Wahlarzt.

  • Kassenärzte haben durch ihren Kassenvertrag ein relativ stabiles Patientenaufkommen — der Bedarf an Werbung ist geringer
  • Wahlärzte müssen aktiv Patienten gewinnen — es gibt keinen automatischen Zulauf über die Krankenkasse

Das macht Wahlärzte zur primären Zielgruppe für Google Ads im österreichischen Ärztemarkt.

Tipp

Als Wahlarzt kannst du sachlich kommunizieren, dass Patienten je nach Kasse und Leistung einen Teil der Kosten rückerstattet bekommen können. Das ist keine Werbung, sondern Patienteninformation — und kann auf der Landing Page ein nützlicher Hinweis sein.

Typische Google Ads Kosten für Ordinationen in Österreich

Der österreichische Markt ist in den meisten Fachrichtungen günstiger als Deutschland. Hier einige Richtwerte aus eigener Erfahrung (die tatsächlichen CPCs variieren je nach Stadt, Fachrichtung und Wettbewerb):

Keyword-TypTypischer CPCAnmerkung
”[Fachrichtung] [Stadt]“0,50 – 2,50 €Wien am teuersten, Bundesländer günstiger
”Wahlarzt [Fachrichtung] [Stadt]“0,80 – 3,00 €Hohe Kaufabsicht
”[Behandlung] [Stadt]“1,00 – 4,00 €Je nach Fachrichtung
”Ordination [Fachrichtung] [Stadt]“0,50 – 2,00 €Österreich-spezifisches Keyword
Ästhetik-Keywords3,00 – 8,00+ €Höchster Wettbewerb

Empfehlung für den Start: Mit einem Monatsbudget von 500–1.500 Euro lässt sich ein fundierter Test fahren. In Wien brauchst du etwas mehr Budget als in den Bundesländern.

Achtung

Die CPC-Werte sind Richtwerte aus Sekundärquellen und eigener Erfahrung. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Stadt, Fachrichtung, Wettbewerb und Tageszeit ab. Lass dich nicht von niedrigen Durchschnittswerten täuschen — in Wien kann ein einzelnes Ästhetik-Keyword deutlich über 8 € liegen.

Was Google zusätzlich verlangt

Unabhängig vom österreichischen Recht hat Google eigene Healthcare & Medicines Richtlinien:

  • Personalisierte Werbung ist für Gesundheitsthemen eingeschränkt — kein Remarketing für medizinische Behandlungen
  • Zertifizierung kann für bestimmte Behandlungen nötig sein
  • Landing Page Anforderungen — Google prüft, ob die Zielseite vertrauenswürdig und informativ ist

Aus meiner Erfahrung: Google ist bei medizinischen Anzeigen strenger als bei anderen Branchen. Anzeigen werden häufiger abgelehnt und müssen nachgebessert werden. Das gilt in Österreich genauso wie in Deutschland.

Strafen bei Verstößen

Im Gegensatz zu Deutschland, wo primär Abmahnungen durch Wettbewerber drohen, hat Österreich ein zweistufiges Sanktionssystem:

1. Disziplinarstrafen (§ 139 ÄrzteG)

Die ÖÄK kann über ihre 9 Disziplinarkommissionen (eine pro Bundesland) folgende Strafen verhängen:

StufeStrafe
Schriftlicher VerweisMildeste Form
GeldstrafeBis 36.340 €
Befristetes BerufsverbotMit 1-3 Jahren Bewährung möglich
Streichung aus der ÄrztelisteSchwerste Strafe — Wiederaufnahme erst nach 3 Jahren

2. Verwaltungsstrafen (§ 199 ÄrzteG)

Zusätzlich zum Disziplinarverfahren ist eine Verwaltungsstrafe bis 2.180 € möglich — beides kann parallel laufen.

FAQ

Brauche ich als Arzt in Österreich eine Genehmigung für Google Ads?

Nein. Du brauchst keine Genehmigung der ÖÄK. Du musst dich aber an § 53 ÄrzteG und die Werberichtlinie halten. Die ÖÄK kann bei Verstößen ein Disziplinarverfahren einleiten.

Ist die Regelung in Österreich strenger als in Deutschland?

In manchen Bereichen ja: Rabatte sind in Österreich komplett verboten, in Deutschland nur eingeschränkt. Beim Vorher/Nachher-Verbot war Österreich sogar Vorreiter. Insgesamt sind die Ergebnisse vergleichbar — der Rechtsweg ist aber ein anderer.

Darf ich als Wahlarzt mit “kürzeren Wartezeiten” werben?

Ja, solange es sachlich stimmt. Information über kürzere Wartezeiten oder mehr Zeit pro Patient ist sachliche Patienteninformation, keine marktschreierische Werbung.

Gelten die Regeln auch für Social Media?

Ja. Die ÖÄK-Werberichtlinie gilt für alle Kommunikationskanäle — Google Ads, Website, Social Media, Print. Es gibt keine Sonderregelung für Online.

Was ist der häufigste Fehler bei Google Ads für Ärzte in Österreich?

Kein sauberes Conversion-Tracking. Viele Ordinationen schalten Anzeigen, wissen aber nicht, ob die Klicks tatsächlich zu Terminbuchungen führen. Ohne Tracking ist jede Optimierung Blindflug.


Du bist Arzt in Österreich und überlegst, ob Google Ads für deine Ordination Sinn macht? Buche ein kostenloses Erstgespräch — ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, ob sich der Einstieg lohnt.

Mason Werner
Mason Werner

Google Ads Projekt- & Setup-Spezialist. Ehemaliger Mitarbeiter im Namen von Google. Hilft KMU und Arztpraxen im DACH-Raum, profitabel zu werben.

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